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31.05.2010

Von: HR

75.480 Unterschriften für die Rhön

Mit einem Interessenausgleich wurde vor zwei Wochen ein Kompromiss für das akute betriebliche Problem bei für Siemens in Bad Neustadt gefunden. Der (beschäftigungs-) politische Aspekt verschwindet damit dennoch nicht von der Tagesordnung, wie das Bündnis für den Erhalt der Beschäftigung vergangene Woche bei einer Pressekonferenz aufzeigte.

(zum Vergrößern anklicken)

"Eine Riesensache"

Betriebliche Arbeitnehmervertreter von Siemens sowie die IG Metall Schweinfurt und die DGB-Region Schweinfurt - Würzburg präsentierten am 27. Mai im im Jugendzentrum Bad Neustadt das Ergebnis ihrer Unterschriftenaktion für den Erhalt der Arbeitsplätze (Foto) und zogen Bilanz. Exakt 75.476 Unterschriften aus der Region unterstützten das Anliegen der Siemensianer - ein deutlicheres Zeichen für den Rückhalt kann es wohl kaum geben - "eine Riesensache" nannte das der DGB-Regionsvorsitzende Frank Firsching zu Recht.

Von der betrieblichen auf die politische Ebene

Den Interessenausgleich betrachtet das Bündnis als Zwischenschritt auf der betrieblichen Ebene, dem nun Maßnahmen für die Zukunft der Region auf der politischen Ebene folgen sollen. Betriebsrat und IG Metall erklärten auf der Pressekonferenz, mit dem Interessenausgleich (siehe Interessenausgleich zum Stellenabbau bei Siemens Bad Neustadt) habe man viel erreicht. Sicher, das Beste wäre gewesen, für sämtliche entfallenden Arbeitsplätze neue zu bekommen, aber den Kompromiss in einem Kampf bis zum Schluss aufs Spiel zu setzen, habe man im Betriebsrat für falsch gehalten, sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernhard Omert. Schließlich braucht man auch in Zukunft eine Zusammenarbeit mit der Firmenleitung, um in Bad Neustadt zukunftsfähige Produkte zu etablieren.

"Wirklich etwas gelungen"

Peter Kippes, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Schweinfurt, sieht das genauso: "Wir haben gemeinsam die Dinge beeinflusst, das bleibt der richtige Weg. Nur 'Nein' zu sagen bringt nichts." Bei einer Auseinandersetzung wie dieser sei man auch auf die Verhandlungsbereitschaft von Siemens angewiesen, da die Beschäftigten schließlich auch in Zukunft dort arbeiten wollten, und zwar in möglichst großer Zahl an einem Standort mit Perspektive: "Wer die Situation mit Opel oder Daimler vergleicht, wird feststellen, dass uns hier wirklich etwas gelungen ist."

Zudem ist nun Zeit gewonnen, um die von der Politik versprochenen Alternativen für die Beschäftigung insgesamt umzusetzen. Nun müsse man von der Politik einfordern, was sie nach dem 28. Januar versprochen habe, betonte Werner Schmitt, IG Metall-Vertrauenskörperleiter bei Siemens: "Es kommt darauf an, etwas für die gesamte Region zu erreichen."


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