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Eine Betriebsrätekonferenz der IG Metall Bayern befasste sich vergangene Woche in Fürth ausgiebig mit dem Thema Leiharbeit. Der Titel war Programm: "Leiharbeit zähmen - Handlungsfeld des Betriebsrats während und nach der Krise". Die IG Metall Bayern setzt ihre Kampagne gegen den Missbrauch von Leiharbeit fort und wird ihn unter anderem zu einem Schwerpunkt ihrer Herbstaktivitäten machen.
Leiharbeitsskandal aufzeigen
Die IG Metall will auch in Bayern mit einer groß angelegten Kampagne gegen den Missbrauch der Leiharbeit vorgehen: "Wir werden den Skandal aufzeigen, weil wir eine so offensichtliche Spaltung der Gesellschaft nicht zulassen dürfen", betonte Bezirksleiter Jürgen Wechsler. "Wir haben uns in unserer Gesellschaft darauf verständigt, dass dort, wo jemand die gleiche Arbeit macht, diese auch gleich bezahlt werden muss."
Wechsler kritisiert unter anderem, dass für die Leiharbeit in der Praxis eine Ausnahme geltender Regeln gemacht wird: Während schlechtere Bezahlung aufgrund des Geschlechts oder der Nationalität unstrittig verboten ist, wird mit der Leiharbeit ein zweites Lohnniveau in den Betrieben eingeführt. Der zweifelhafte Trend in vielen Unternehmen geht unverändert dahin, schlechter bezahlte Leiharbeiter einzustellen, anstatt reguläre Arbeitsverträge abzuschließen.
Protest vom Arbeitgeberverband
Die Arbeitgeberverbände Bayme und vbm reagierten postwendend mit einer Presseerklärung. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sprach darin von "falschen Vorwürfen" und erklärte: "Bei der Zeitarbeit geht es den Betrieben vor allem um Flexibilität." Diese Aussage wird allerdings durch vorherige Äußerungen von Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser ins rechte Licht gesetzt. Er hatte zuletzt die finanzielle Bedeutung der Leiharbeit für die Unternehmen zunehmend offener eingeräumt: "Natürlich spielen auch die Kosten eine Rolle."
Ungleichheit gehört abgeschafft
Bei der Konferenz in Fürth machte die IG Metall erneut deutlich, dass sie sich nicht grundsätzlich gegen Leiharbeit stemmt, sondern gegen ihren Mimssbrauch. Vorstandsmitglied Peter Donath brachte es auf eine einfache Formel: "‚Es ist heute legal möglich, dass zwei Menschen in einem Betrieb die gleiche Arbeit machen, und der eine bekommt einen Tariflohn von 7,60 Euro die Stunde und der andere einen Tariflohn von 12 Euro. Das gehört abgeschafft."
Kurswechsel für ein gutes Leben
Bezirksleiter Wechsler kündigte an, dass Leiharbeit vor diesem Hintergrund eines der Kernthemen für die Aktivitäten der IG Metall sein wird, die im Herbst unter dem Motto "Kurswechsel für ein gutes Leben" bundesweit beginnen werden. Im Fokus stehen dabei außerdem das Sparpaket und die Gesundheitsreform der Bundesregierung sowie die Rente mit 67.



