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Fit für die Jugendkonferenz

Alle vier Jahre kommt die IG Metall Jugend bundesweit zusammen, um die politischen Leitlinien zu diskutieren und anschließend Beschlüsse dazu zu fassen. Um fit für die Diskussionen zu werden, fand vergangenes Wochenende die Delegiertenvorbesprechung der bayerischen Delegierten am Jugendbildungszentrum Schliersee statt.

Delegiertenvorbesprechung_BYZur 22. Jugendkonferenz der IG Metall wurden aus den verschiedenen Orts- und Bezirksjugendausschüssen 109 Anträge in fünf Antragsblöcken gestellt.

A. Organisation und Mitgliedergewinnung
B. Allgemeine Gewerkschaftspolitik
C. Tarifpolitik
D. Gesellschaftspolitik
E. Bildung und Qualifizierung

Alle sieben Bezirke entsenden Delegierte, insgesamt sind 256 Kolleginnen und Kollegen in Willingen, die Delegiertenanzahl wird nach der Mitgliederstärke der Bezirke ermittelt. Aus Bayern werden 54 Delegierte entsendet. Und alle bayerischen Delegierten waren zur bezirklichen Vorbesprechung am Jugendbildungszentrum Schliersee.

Simon Kruppa #juko15

Simon Kruppa, Delegierter der IG Metall Aschaffenburg.

Simon Kruppa, BJA-Mitglied und Delegierter der IG Metall Aschaffenburg, ist einer der 256 Delegierten. In einer Ortsjugendkonferenz im Mai 2014 wurde Simon von den jugendlichen IG Metall Mitgliedern zur Jugendkonferenz gewählt. „Diese Chance wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Auf die Jugendkonferenz zu fahren und die Meinung unseres Ortsjugendausschusses (OJA) zu vertreten ist eine tolle Möglichkeit, die IG Metall Jugend zu gestalten.“, meint Simon. Er ist schon seit 2008 aktiv in der IG Metall Jugend. Im Betrieb bei WIKA in Aschaffenburg war er sechs Jahre Jugend- und Auszubildendenvertreter (JAV), seit der Betriebsratswahl 2014 ist er Betriebsrat. „Meine Erfahrung im Betrieb und auf allen Ebenen der IG Metall wird mir auf der Jugendkonferenz sicher helfen. Und wenn man die Anträge so sieht, haben wir uns ganz schön was vorgenommen.“

So ähnlich sieht es auch Annalena Steidle aus dem Allgäu. Auf einer OJA-Sitzung im November 2014 wurde sie von der IG Metall Jugend Allgäu gewählt. „Ich bin nun seit 2013 aktiv in der IG Metall und kann schon so weitreichende Entscheidungen mitgestalten, das ist ein tolles Gefühl.“, sagt sie. Annalena ist JAVine bei Bosch in Blaichach.

Annalena_Juko15

Annalena Steidle, Delegierte der IG Metall Allgäu.

In der Delegiertenvorbesprechung saßen beide mit dem Antragsordner, Notizblock und Stift, verschiedenfarbigen Markern und den Notizen aus den örtlichen Vorbesprechungen im Seminarraum. Nachdem die Delegierten die Anträge in Arbeitsgruppen kritisch hinterfragt und dem Plenum vorgestellt hatten, wurden alle Themen diskutiert und ein Stimmungsbild eingefangen. „Bei einigen Anträge wurde erst in der Diskussion in den Arbeitsgruppen wirklich klar, welche Ebenen sie umfassen. Zum Beispiel der Antrag B04 zum Thema Tarifeinheit. Dazu haben wir eine klare Meinung, welche verschiedenen Aspekte mit rein spielen, war mir aber vor der Vorbesprechung nicht bewusst.“, berichtet Annalena.
Durch die eigene Erarbeitung der Themen und die neutrale Moderation konnten die Ehrenamtlichen sich ihre Meinung zu den Anträgen bilden, ohne beeinflusst zu werden.

Florian Bauer ist Bezirkssekretär und für die bayerische IG Metall Jugend zuständig. Er hat die Vorbesprechung organisiert und koordiniert die bayerischen Delegierten vor und während der Konferenz. „Für die Jugendkonferenz haben alle Jugendsachbearbeiter_in in Bayern einen Antragsblock übernommen, den sie nun betreuen und für Rückfragen zur Verfügung stehen. In den Teams wird keine Meinung gemacht, im Gegenteil, jede_r ist darauf bedacht, sich so weit es geht zurück zu halten.“, erklärt Florian das Konzept hinter der bayerischen Struktur. „Der Job der Delegierten ist es, die Politik der IG Metall Jugend zu gestalten. Und der Job der Hauptamtlichen ist es, unsere Kollegen_innen dazu zu befähigen, ohne eine Meinung vorzugeben. Das klappt sehr gut.“.

#juko15_Geschäftsbericht

Der Geschäftsbericht zur #juko15.

Die Vorbesprechung am Schliersee ging von Freitagabend bis Sonntagmittag, mit Pausen natürlich, trotzdem waren die Tagungszeiten länger als gewohnt.
Simon Kruppa: „Wir haben am Samstag um 22 Uhr noch Anträge im Block „Gesellschaftspolitik“ diskutiert, das war natürlich hart. Andererseits schweißt es auch zusammen, wer so ein Wochenende gemeinsam erlebt, hat die politische Auseinandersetzung unter erschwerten Bedingungen geschafft. Solange wir so konstruktiv bleiben, finde ich das stark.“

 

Und auch wenn die Anträge nun einmal durchberaten sind und Jede_r ein Stimmungsbild der anderen Delegierten hat, ist noch lange kein Ende in Sicht. „In drei Wochen ist die Jugendkonferenz, bis dahin wollen wir noch ein paar kritische Anträge mit dem restlichen OJA besprechen. Ich spreche schließlich nicht für mich, sondern für den OJA Allgäu. Das wird sportlich.“, schätzt Annalena Steidle..