Blog

Wir treiben Bildung nach vorne!

Direkt vor der heißen Phase der Tarifrunde 2015 hat die IG Metall Jugend Bayern eine bezirksweite Aktionsreihe gestartet. Nach dem Vorbild von „Wir bringen Bildung nach oben!“ wurde in jeder bayerischen Verwaltungsstelle eine Aktion unter dem neuen Motto durchgeführt. Das Ziel war, die Forderung nach tariflichen Verbesserungen im Bereich der Weiterbildung nach der Ausbildung flächendeckend zu platzieren und ins Gespräch zu bringen.

„Wir treiben Bildung nach vorne!, das bedeutet, wir schicken unser Forderungspapier für die Tarifrunde 2015 auf die Reise durch ganz Bayern. Nachdem wir innerhalb der IG Metall in vielen Gremien, Betrieben und Veranstaltungen über unsere Forderung gesprochen haben und Unterstützer/innen gewinnen konnten ist das der logische nächste Schritt.“, fasst Eva Wohlfahrt, die Vorsitzende des Bezirksjugendausschusses, zusammen. „Die IG Metall Jugend vor Ort hat also Aktionen durchgeführt, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und  die Forderungen in der örtlichen Presse publik zu machen. Das ist uns gelungen!“
Die IG Metall Jugend Bayern hat im Sommer 2014 ein Aktionskonzept erarbeitet, in dem sinnbildlich dargestellt wird, wie das Forderungspapier durch ganz Bayern reist. In einer Flaschenpost, von Fluß zu Fluß, über kleine Bäche, große Seen, durch alle Gewässer Bayerns wurde das Forderungspapier geschickt. Und jeder Ortsjugendausschuss (OJA) hat die Flaschenpost entdeckt, aus dem Wasser gezogen, kommentiert und weiter auf die Reise geschickt.

Wir treiben Bildung nach vorne

„Unsere Forderungen nach mehr Zeit und Geld für die Weiterbildung stehen unter dem Slogan „Bildung. Jeder Art – Jeder Zeit“. Diesen Slogan haben die OJAe kommentiert und so mit ihrer Interpretation versehen. Interessant ist, dass bei den meisten Jugendlichen die Frage der Selbstbestimmung ganz oben steht. Das lässt sich an vielen Kommentaren in der Flaschenpost ablesen.“, meint Eva. Aktuell ist eine selbstbestimmte Weiterbildung nur eingeschränkt möglich. Als Vollzeitkraft neben dem Beruf noch eine Weiterbildung zu absolvieren, das klappt nicht ohne Weiteres. Und das unabhängig von der Art der Weiterbildung, ob es das nachgeholte Abitur, der Techniker, die Fachwirtin oder doch der Bachelor-Abschluss ist: In jedem Fall leidet aktuell die Lebensqualität unter dem Druck von Vereinbarkeit zwischen Beruf, Privatleben und der Weiterbildung.
Florian Bauer, Bezirksjugendsekretär der IG Metall Bayern: „In der Gesellschaft ist das Thema Work-Life-Balance angekommen und als Problem erkannt worden. Nun kommt bei den Kolleginnen und Kollegen in einer Weiterbildung noch ein weiterer Aspekt dazu. Woher sollen wir die Zeit nehmen, die wir zum Lernen, für die Präsenz-Termine oder für Prüfungen brauchen? Bislang leidet das Privatleben so stark darunter, dass viele Beschäftigte im Zeitraum der Weiterbildung kaum die Möglichkeit haben, ihre Freizeit oder gar die Familienplanung damit in Einklang zu bringen. Im Endeffekt leidet dann auch der Job, den man nicht in gewohnter Qualität verrichten kann. Sehr verquer, soll die Weiterbildung doch gerade im Berufsleben einen Fortschritt bringen.“
Deshalb fordert die IG Metall Jugend deutlich mehr Zeit, um sich persönlich wie fachlich weiterbilden zu können. Und unterfüttert die Forderung auch mit kräftigen Argumenten.

Argumentation für Arbeitnehmer/innen

„Letztlich genügt es aber nicht, allein an der Zeitschraube zu drehen. Auch finanziell müssen sich Arbeitgeber stärker als bislang an den Ausgaben im Rahmen der Weiterbildung beteiligen. Auch hier sind die Beschäftigten größtenteils auf sich allein gestellt, außer kleinen Zuschüssen oder Anreizen ist von dem Gros der Arbeitgeber hier nichts zu erwarten. Dabei ist es am Ende doch das Unternehmen, das von gut qualifizierten Fachkräften profitiert.“, so Florian Bauer weiter.

Argumentation für Arbeitgeber

Die IG Metall Jugend Bayern hat sich also aufgestellt. Sowohl inhaltlich, als auch mit Aktionen und einer aktiven Gewerkschaftsjugend vor Ort warten sie auf den Beginn der Tarifverhandlungen. Am 14. Januar 2015 ist es soweit, dann wird sich zeigen, wie die Arbeitgeber auf das Forderungspapier reagieren werden. Aus den bisherigen Sondierungsgesprächen kamen eher abweisende Signale.
„Darauf sind wir vorbereitet.“, verspricht Eva Wohlfahrt. „Sollten die Arbeitgeber in eine Blockadehaltung verfallen, werden wir unsere Forderung noch breiter in die Öffentlichkeit tragen, darauf kann sich die Arbeitgeberseite schon einmal einstellen. Damit sie wissen, zu was die IG Metall Jugend im Stande ist, empfehle ich den Clip vom Jugendaktionstag in Köln (Klick zum Clip – Anmerkung der Redaktion). Wir wissen genau, was wir wollen. Und wie wir es durchsetzen werden.“

.